Bibel-Fundis greifen Schweizer Schulen an!

Das Schweizer Boulevard-Blatt "Blick" griff das Thema "Schöpfung oder Evolution" auf. Der bissige Artikel gegen "Bibel-Fundis", gespickt mit Fehlinformationen und Unwahrheiten über den Verein ProGenesis, vermochte aber die Meinung einer Mehrheit der Schweizer Bevölkerung nicht zu beeinflussen. Viele wollen eine Öffnung des Unterrichts für die Schöpfungslehre. Das sollten die "Blick"-Leser aber nicht erfahren. Die folgenden Unwahrheiten und Fehlinformationen wurden in der Ausgabe vom Blick vom 3. Mai 2007 sowie im Folgeartikel vom 4. Mai 2007 verbreitet:

- Bibel-Fundis greifen Schweizer Schulen an!
Wir haben nie gesagt, dass wir Schweizer Schulen angreifen möchten. Mit "Bibel-Fundis" kann der Blick ja nicht Herrn Harum Yahya gemeint haben, da er ja Moslem ist und diese kann man ja beim besten Willen nicht "Bibel-Fundis" nennen.

- Sie wollen Lehrbücher umschreiben
Wir haben nie gesagt, dass wir Lehrbücher umschreiben möchten. Richtig ist, dass wir fünf Biologie-Bücher, die an Schweizer Mittelschulen genutzt werden, auf wissenschaftliche Korrektheit untersucht haben und richtig ist auch, dass wir diese Analyse an die Verlage und an die Schulen senden möchten, aber das reicht nicht aus für die unwahre Behauptung, dass wir Lehrbücher umschreiben möchten. Ausserdem gibt es bereits einige hervorragende Lehrbücher wie das Buch von Junker/Scherer "Evolution - ein kritisches Lehrbuch".

- Sie fordern: Bibel statt Biologie
Was wir fordern ist, dass die Evolutions- und die Schöpfungslehre an den Schulen als gleichberechtigte Entstehungstheorien gelehrt werden.

- Sie behaupten: Dinosaurier und Neanderthaler gab es gar nicht
Mit dieser falschen Behauptung versucht der Blick uns in der Öffentlichkeit als dumm und rückständig darzustellen. Wir haben nirgends in unseren Veröffentlichungen geschrieben, dass Dinosaurier und Neandertaler reine Erfindung seien. Im Gegenteil, wir vertreten den Standpunkt, dass die Dinosaurier zugleich mit den Menschen gelebt haben, bis sie ausgestorben sind. Vom Neandertaler vertreten wir den Standpunkt, dass dieser wegen seiner 10% höheren Hirnkapazität ganz sicher nicht weniger intelligent gewesen ist als der moderne Mensch.

- Kreationisten kennen sogar ihr exaktes Geburtsdatum: der 23. Oktober 4004 vor Christus
Auch mit dieser Unwahrheit versucht der Blick uns in der Öffentlichkeit als dumm und rückständig darzustellen. Kein Kreationist und keine kreationistische Organisation behaupten das. Diese Berechnung geht übrigens zurück auf James Usher, Erzbischof von Irland (1581 - 1656), und John Ligtfoot (1602 - 1675), den gelehrtesten Hebraisten jener Zeit. Wir haben hingegen geschrieben, dass die Erde auf Grund von nicht radiometrischen Altersbestimmungen zwischen 6'000 und 10'000 Jahre alt sein könnte.

- Dinosaurier und Neandertaler sind für sie reine Erfindung. Die Knochenfunde -
erlogen. (Erklärung siehe oben)

- Vier von zehn Schweizern glauben nicht an Darwins Lehre.
Die Zeitschrift factum und ProGenesis haben im Jahre 2002 eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war, dass in der Schweiz nur gerade jeder Dritte (33 %) an die Evolutionslehre glaubt. Das bedeutet, dass fast sieben von zehn Schweizern nicht an Darwins Lehre glauben.

- Die Forderung der Kreationisten: Anstelle der Evolutionstheorie soll die Schöpfungsgeschichte in die Schulbücher.
Auch diese Aussage entspricht nicht der Wahrheit, wenigstens bei Kreationisten in Europa nicht. Wir fordern nur, dass die Evolutionslehre und die Schöpfungslehre in der Schule gleichberechtigt gelehrt werden.

In der Ausgabe des Blicks vom 4. Mai 2007 hat der Blick die Ergebnisse seiner eigenen Leserumfrage bis zur Unkenntlichkeit entstellt:

- 3 : 1 Darwin gegen Bibel-Fundis
Die Frage lautete: Schöpfungslehre oder Evolutionstheorie - was sollte an
Schweizer Schulen gelehrt werden? Wenn man die Umfrageergebnisse der Blick-Umfrage betrachtet, ergibt sich gemäss Blick das folgende Ergebnis:

Darwins Evolutionstheorie 46 %, Die biblische Schöpfungslehre 15 %, Beides gleichberechtigt 39 %. Daraus ergibt sich, dass die Mehrheit der Blickleser, nämlich 54 % (15 + 39 = 54) nicht damit einverstanden sind, dass an den Schulen nur die Evolutionslehre gelehrt werden soll. Damit hat der Blick ein Eigentor geschossen...

Nebenbei erwähnt, kommen wir auf einen anderen Stand der Umfrage, nämlich: Darwins Evolutionstheorie 39 %, Die biblische Schöpfungslehre 18 %, Beides gleichberechtigt 43 %. Diesen Stand hatte die Umfrage am 3.5.2007 um 22.10 Uhr. Das heisst, dass 61 % der Blickleser (18 + 43 = 61) nicht damit einverstanden sind, dass an den Schulen nur die Evolutionslehre gelehrt werden soll. Am 4.5.2007 um 10 Uhr waren es übrigens bereits 64 %. Das bedeutet, dass dieses Ansinnen wenigstens bei den Blicklesern eine Mehrheit finden würde! Dieses deutliche Resultat hat auch uns überrascht.

Nach allen Unwahrheiten, die der Blick über uns verbreitet hat, hat er nicht einmal die Grösse gehabt, das eigene Abstimmungsresultat korrekt wiederzugeben. Dies umso mehr, weil wir ja gar nicht fordern, dass die biblische Schöpfungslehre anstelle der Evolutionslehre gelehrt werden soll, sondern wir fordern lediglich, dass beide gleichberechtigt an den Schulen gelehrt werden.

ProGenesis, Gian Luca Carigiet, 6. Mai 2007

http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2007_05_04_Blick_Evolution.php


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