Die Evolution ist nur eine Theorie

In der Ausgabe 36/2005 veröffentlichte ideaSpektrum auf der Seite 13 den folgenden Artikel:

Heftige Kontroverse in den USA um Ansichten von Präsident Bush:

Die Evolution ist nur eine Theorie

US-Präsident George W. Bush hat mit Bemerkungen zum naturwissenschaftlichen Schulunterricht eine heftige Kontroverse ausgelöst. Gegenüber texanischen Zeitungen trat er dafür ein, dass nicht allein die Evolutionslehre gelehrt werden sollte, sondern auch alternative Denkschulen wie das "Intelligente Design". Diese Lehre steht zwischen der Darwinschen Vorstellung, dass sich die Natur ohne Einfluss eines höheren Wesens durch zufällige Genveränderungen ständig weiterentwickelt, und dem Kreationismus, der auf den biblischen Schöpfungsbericht fusst und davon ausgeht, dass die Erschaffung der Welt genau wie in der Bibel beschrieben erfolgte. Die Vertreter des "Intelligenten Design" gehen davon aus, dass Entwicklungsprozesse so vielschichtig seien, dass dahinter eine Intelligenz stehen müsse. Viele evangelikale Christen fordern wie Bush, dass Schüler nicht nur mit der Evolutionstheorie, sondern auch mit Alternativen bekannt gemacht werden. Schulbehörden in etwa 20 US-Bundesstaaten diskutieren darüber, ob die naturwissenschaftlichen Lehrpläne entsprechend geändert werden.

Baptisten: Wir freuen uns über Bush
Wie die Tageszeitung "New York Times" berichtet, haben führende Vertreter der Evangelikalen Bushs Äusserungen willkommen geheissen. "Dafür setzen wir uns seit langem ein", sagte Richard Land, Vorsitzender der Kommission für Ethik und Religionsfreiheit der Südlichen Baptisten - mit 16,3 Millionen Mitgliedern die grösste protestantische Kirche der USA. Land kritisierte, dass Evolution meist als "Tatsache" gelehrt werde. Tatsächlich aber sei sie eine Theorie unter mehreren Denkmodellen. Der Direktor der Denkfabrik für Intelligentes Design, Stephen Meyer vom Discovery Institut in Seattle, begrüsste Bushs Worte ebenfalls: Viele Wissenschaftler, die mit der Darwinschen Lehre gebrochen hätten, erlebten starken Gegenwind. Dagegen lehnt Susan Spath, Sprecherin des Nationalen Zentrums für naturwissenschaftliche Bildung, sowohl den Kreationismus wie auch das Konzept des Intelligenten Designs als "sektiererische religiöse Anschauungen" ab.

Soweit der Artikel in ideaSpektrum.

Kommentar von ProGenesis:

Die Diskussion um "Intelligentes Design" ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist trotz allem Positivem ein inkonsequenter Schritt, da die Evolution als solche wie auch die langen Zeiträume in der Regel nicht in Frage gestellt werden. Betreffend Ursprungsfragen existieren heute vor allem die folgenden Weltanschauungen:

- konsequenter Atheismus: Atheistische Evolutionslehre, heute vor allem vertreten mit dem so genannten "Neodarwinismus" bzw. dem materialistischen Naturalismus

- konsequenter Theismus: vertreten durch den so genannten Kurzzeit-Kreationismus

- Zwischenformen: Dazu gehören die "theistische Evolutionslehre", der so genannte "Langzeitkreationismus" und auch das "Intelligente Design"

Viele Evolutionisten behaupten, dass die Evolution eine Tatsache sei und dass jegliche Spielart des Kreationismus Religion sei (oder eine "sektiererische religiöse Anschauung" wie in obigem Artikel). Diese Aussagen sind in zweifacher Hinsicht falsch:

1. Wenn die Evolution eine Tatsache wäre, müssten die Vertreter der Evolutionslehre belegen können, wie die erste lebensfähige und voll reproduzierbare Zelle entstanden ist
2. Wenn die Evolution tatsächlich stattgefunden hätte, müssten die Vertreter der Evolutionslehre zudem belegen, mit welchem Mechanismus die grossen Übergänge z.B. von den Fischen zu den Amphibien, von den Amphibien zu den Reptilien und von den Reptilien zu den Säugetieren und den Vögeln stattgefunden haben.

Solange die Evolutionisten diese beiden Fragen nicht plausibel beantworten können, sind sie gezwungen, an ihre Theorie zu glauben. Das bedeutet, dass die Evolutionslehre nichts anderes als eine atheistische Weltanschauung ist, dessen Fundament der materialistische Naturalismus ist. Wenn die evolutionsorientierte Wissenschaft immer wieder behauptet, dass die Evolution eine Tatsache sei, müssten sie das folgende Experiment aufzeigen können: Die makroevolutionäre Entwicklung einer einfachen biologischen Zelle aus anorganischen Stoffen nach Darwinschen bzw. Neodarwinschen Prinzipien. Das Experiment müsst so angelegt sein, dass es von anderen Wissenschaftlern wiederholt werden kann. Solange die Evolutionisten dieses Experiment nicht aufzeigen können, solange können sie beim besten Willen nicht von der "Tatsache" der Evolution sprechen.

Das bedeutet, dass der Kreationismus wie auch der Evolutionismus entweder beides Weltanschauungen sind oder zwei gleichberechtigte "wissenschaftliche" Theorien. Um das zu belegen, schlagen wir Ihnen den folgenden Versuch vor: Nehmen Sie eine evolutionsorientierte wissenschaftliche Publikation über die Herkunft des Lebens und ersetzen Sie die beiden Worte "Zufall" und "die Natur" durch das Wort "Gott". Sie werden feststellen, dass Sie mit diesen zwei "Mutationen" eine evolutions-wissenschaftliche Publikation in eine Kreationistische verwandeln. Zufall?

Ich wünsche Ihnen viel Spass und gute Erkenntnisse.
Gian Luca Carigiet, Verein ProGenesis, 13. November 2005


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