Der Sinn des Lebens

Die drei grossen Fragen unserer menschlichen Existenz lauten: Woher komme ich? Weshalb bin ich? Wohin gehe ich? Bei der ersten Frage geht es um die Herkunft des Universum, der Erde und des Lebens und somit um die Frage "Schöpfung oder Evolution". Entgegen der allgemeinen Meinung liegt die Herkunft der Materie und des Lebens in der Evolutionslehre aber im Dunkeln. Niemand kann heute sagen, wie die Materie und das Leben wirklich entstanden sind. Es wird zwar behauptet, dass sich das Leben durch "biochemische Zufallsprozesse" auf der frühen Erde entwickelt haben soll, aber über das "wie" z.B. die erste lebens- und reproduzierfähige Zelle entstanden sein soll, darüber existieren heute nur Spekulationen und Hypothesen. Die Makroevolution, also das zufällige Entstehen von neuen Strukturen, wurde noch nie beobachtet noch gibt es experimentelle Beweise dafür. Es ist auch kein Mechanismus für Makroevolution bekannt, mit dem die Höherentwicklung erklärt werden könnte. Die beobachtbare Mikroevolution kann die Höherentwicklung auch nicht erklären, da sie nur innerhalb der Grundtypgrenze wirkt. Auch die Fossilien sind kein Beweis für die Evolution, da die Arten immer voll ausgebildet auftreten und die erwarteten Zwischenformen fehlen.

Fazit: Es gibt keinen zwingenden Grund an der Schöpfung zu zweifeln. Deshalb können wir die erste Frage damit beantworten, dass wir Geschöpfe Gottes sind; also keine zufällige Entwicklung aus einer "Ur-Amöbe" sondern eine spezielle Schöpfung jedes einzelnen Menschen. Geschöpfe Gottes zu sein bedeutet dann aber auch, dass wir in Verantwortung vor Gott leben.

Das Wissen, ein Geschöpf Gottes zu sein ist die Ueberleitung zu der zweiten Frage: Weshalb bin ich? An erster Stelle steht die Frage nach dem Sinn der Schöpfung. Welchen Zweck verfolgte Gott, als er den Entschluss fasste, das Universum, die Erde und uns Menschen ins Dasein zu rufen? Genügt Gott nicht sich selbst, da Gott ja Leben in sich selbst hat? Die Frage nach dem Zweck Gottes lässt sich am besten mit seiner unendlichen allumfassenden Liebe beantworten. Gott ist reine Liebe, unendliche Liebe, unvorstellbare Liebe. Gott liebt uns bedingungslos, und zwar alle Menschen unabhängig von der Herkunft und vom gesellschaftlichen Stand. Gottes Liebe macht grundsätzlich keinen Unterschied zwischen Menschen, den Unterschied macht der Mensch selbst, indem er die Liebe Gottes entweder erwidert oder ablehnt. Es ist unsere persönliche Entscheidung, auf das Liebes-Angebot von Gott einzugehen oder es abzulehnen. Es gibt nur diese zwei Wege! Dieses Liebes-Angebot Gottes steht am Anfang aller Dinge. Damit dürfte auch die zweite Frage beantwortet sein: Wir Menschen sind eine spezielle Schöpfung und somit auch tatsächlich der Mittelpunkt des gesamten Universums, denn die gesamte uns umgebende Wirklichkeit wurde ausschliesslich als Lebensraum für den Menschen geschaffen. Wir sind das Zentrum des Interesses Gottes und somit geistige Wesen, welche zu einer Beziehung und zur Kommunikation mit Gott befähigt sind.

Die Frage nach dem "Wohin" setzt sich mit der Zukunft auseinander, denn die Frage lautet ja: "Wohin gehe ich"? Die Bibel ist das einzige Buch, das nicht nur die Fragen nach dem Woher und dem Weshalb beantwortet, sondern die Bibel zeigt uns auch Dinge auf, die zeitlich noch vor uns liegen. Die Bibel kann das nur, weil sie ein göttliches Buch ist und weil dieser Gott, der Urheber der Bibel, nicht dem Chronos unterworfen ist, sondern ausserhalb von Raum und Zeit, im Kairos Gottes, existiert. Nach der Bibel ist das grosse Ziel unseres Lebens die neue Welt Gottes, die in den Kapiteln 21 und 22 der Offenbarung beschrieben wird. Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden durch Gottes Schöpfermacht die vergangene Weltordnung ersetzen. In dieser neuen Schöpfung wird es kein Meer mehr geben, und wahrscheinlich wird es die uns bekannten Elemente in dieser Form auch nicht geben, da diese Welt eine völlig andersartige Welt sein wird. Nachdem der neue Himmel und die neue Erde von Gott erschaffen sind, wird das neue Jerusalem auf die neue Erde "herabkommen", und diese Stadt wird geschmückt sein wie eine Braut für ihren Bräutigam, die sich für die Hochzeit vorbereitet hat. Nach der Vision der Erschaffung der ewigen Welt gibt der Eine auf dem Thron eine feierliche Erklärung ab. Erstens wird die Wohnung Gottes nun bei den Menschen sein, und zweitens wird bestätigt, dass alle Auswirkungen des Fluches endgültig beseitigt sind. Denn Gott selbst wird jede Träne von den Augen abwischen, und der Tod, die Trauer, das Geschrei und der Schmerz werden nicht mehr sein. In Offenbarung 22,17 macht Jesus allen Menschen das allerletzte Angebot, das Wasser des Lebens umsonst anzunehmen. Mit dem Wasser des Lebens meint Jesus die Gnade Gottes, die für alle Menschen, die Gott mit ihrem ganzen Herzen und ihrem ganzen Verstand suchen, absolut umsonst ist, kostenlos, gratis! Um die Gnade Gottes zu gewinnen, können wir aus eigener Kraft nichts tun. Einzig ein Blick im Glauben auf das Kreuz von Golgatha schenkt uns diese Gnade Gottes, und wir erhalten damit die ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott, unserem allmächtigen und ewigen Schöpfer-Gott. Es ist das wunderbarste Angebot, dass je unter der Sonne ausgesprochen wurde. Wir müssen dieses Angebot nur noch annehmen.

Der einzige Sinn unseres Lebens ist demnach, zu Gott unserem Schöpfer zurückzukehren! Gott ist das unendliche Licht, und Gott ist das reine Leben, und für die Gemeinschaft mit diesem unendlich reinen Gott müssen die Menschen geläutert und gereinigt werden. Das können sie aber nicht selbst tun, sondern dafür hat Gott seinen Sohn, Jesus Christus, auf die Erde gesandt, damit er für die Unreinheit der Menschen, nämlich für ihre Sünden, sterben sollte. Die Menschheitsgeschichte ist somit eine Chance der Reinigung für alle Menschen, die Gott von tiefstem Herzen, mit der ganzen Seele und mit dem ganzen Verstand suchen. Gott erweist in der Geschichte seine Souveränität und erwartet von den Menschen, dass sie ihn erkennen und ehren. Ihn würdig verehren - dadurch, dass sie ihm dienen - das können eben nur seine Erlösten. Für die anderen bleibt sein Anspruch bestehen. Er fordert die Menschen zur Busse auf und lädt sie ein, sich reinigen zu lassen durch das Blut Jesu. Wer sein Angebot ablehnt, muss mit Bestrafung rechnen. Diese große biblische Wahrheit besteht weiterhin als die "anstößige" Predigt vom Reich Gottes und das Bild vom Himmel und der Hölle ist kein mystisches Märchen sondern bezeichnet eine harte Realität; es wird am Ende der Zeiten eine messerscharfe Trennung geben zwischen den Kindern des Lichtes und den Kindern der Finsternis und diese Trennung wird absolut sein und niemals wieder aufgelöst werden. Mit der Entscheidung für den Weg der Finsternis gehen wir das Risiko ein, die Gemeinschaft mit Gott für alle Zeiten zu verspielen. Jesus Christus hat es uns selber gesagt: "Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen" (Matth. 24, 35).

Gian Luca Carigiet, ProGenesis, 28. März 2005

--
Literaturhinweis: Gian Luca Carigiet, Von Ewigkeit zu Ewigkeit, 2001, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg, ISBN 3-89436-301-0


« home » « aktuelles » « info » « bücher » « artikel » « anmeldung » « links »