Schneller als das Licht

Die Physiker und mit ihnen die ganze Gemeinde von Wissenschaftlern lehren uns seit Einstein, dass die Lichtgeschwindigkeit die höchst mögliche Geschwindigkeit im Universum sei. Nun tritt ein junger renommierter Physiker namens Magueijo ins Rampenlicht und macht den kecken Vorschlag, dass kurz nach dem Urknall die Lichtgeschwindigkeit wesentlich höher gewesen sein könnte. (1) Er könne damit eine ganze Reihe von Problemen lösen, welche in der Physik in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sind. So zum Beispiel das “Horizontproblem”. Was bedeutet das?

Das Horizont-Problem:
Die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung zeigt, dass die Temperatur im ganzen Universum sehr gleichmässig ist. Dies bedeutet, dass bald nach dem Urknall ein Ausgleich hatte stattfinden müssen. Die Wärmestrahlung musste dazu gleichsam von einem Ende des Universums (oder des Horizontes) zum andern Ende gelangen können. Wegen der grossen Distanz und der begrenzten Geschwindigkeit (nämlich der Lichtgeschwindigkeit) war das jedoch nicht möglich. Um dieses Problem zu lösen, haben die Astrophysiker eine “inflationäre Ausdehnung” des Weltraumes kurz nach dem Urknall erfunden. Diese “Inflationsphase” widerspricht aber den uns bekannten Naturgesetzen. Daher hat Magueijo nun vorgeschlagen, dass die Lichtgeschwindigkeit in der Vergangenheit viel grösser gewesen sein könnte. Dann wäre ein Ausgleich der Temperatur im ganzen Universum möglich gewesen und damit das Horizont-Problem gelöst.

Das Alter von weit entfernten Galaxien:
Im Vergleich mit der Milchstrasse müssten weit entfernte Galaxien ihrer Struktur nach jünger sein als die näher liegenden. Eine Staffelung des Alters mit der Entfernung lässt sich jedoch nicht feststellen. Kosmisch junge Galaxien müssten auch einen wesentlich geringeren Gehalt an Metallen aufweisen, als kosmisch ältere. Doch das ist nicht so. Nimmt man aber an, dass die Lichtgeschwindigkeit anfänglich höher gewesen ist, kann man die fehlenden Altersunterschiede besser verstehen.

Radiometrische Altersbestimmung:
Ein weiteres Problem, das vor allem die Kreationisten haben, sind die hohen Alter, welches von den radiometrischen Methoden angegeben werden. Sie stehen nämlich im Widerspruch zu mehreren nichtradiometrischen Methoden. Die radiometrische Altersbestimmung der Erde ist von der Lichtgeschwindigkeit abhängig. Wenn diese in der Vergangenheit tatsächlich viel grösser gewesen wäre, könnte die Erde ein viel geringeres Alter aufweisen.

Was könnte heute schneller sein als Licht?
Gibt es heute tatsächlich nichts, das schneller ist als das Licht? Doch, nämlich die Wirkung der Schwerkraft (Gravitation). Tom Van Flandern (2) kommt auf Grund seiner Berechnungen zum Schluss, dass sich die Gravitation mit Überlichtgeschwindigkeit ausbreitet und zwar mit mindestens 2x1010-facher Lichtgeschwindigkeit.

Referenzen:
(1) http://www.complete-review.com/reviews/physics/magueijo.htm
(2) http://www.metaresearch.org/cosmology/speed_of_gravity.asp
Ausführlichere Informationen in deutscher Sprache siehe factum 5/2003, Rolf Höneisen, “Schneller als das Licht”, Seiten 29-31.


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