Fundamentalismus?

Die verschiedenen Beiträge im NZZ-Folio Nr. 8 mit dem tendenziösen Titel „Wir Affen“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie evolutionsgläubige Journalisten in der Frage Schöpfung oder Evolution Andersdenkende behandeln. Die verschiedenen Beiträge fallen mehr durch ihre spöttischen und hämischen Bemerkungen über den so genannten Kreationismus auf, als durch wissenschaftliche Fakten. Und nicht zu vergessen, für die Presseleute sind Kreationisten automatisch auch Fundamen-talisten. Doch diese Gleichung ist bereits problematisch, denn Evolutionskritiker müssen nicht zwingend Kreationisten sein. Ob sie an die Bibel glauben oder nicht, ist für eine sachliche Diskussion ohnehin nicht relevant, es ist möglich, aber es ist nicht zwingend.

Dabei muss man sich die Frage stellen, weshalb der Kreationismus überhaupt existiert. Der Hauptgrund dafür ist, dass der Evolutionstheorie die Beweise fehlen! Es ist hinlänglich bekannt, dass die Evolutionstheorie grosse Lücken aufweist und dass es den experimentellen Beweis für die Evolution nach wie vor nicht gibt. Man könnte meinen, dass es nichts einfacheres gäbe, als den Kreationismus zu widerlegen. Dazu ist nur ein einziger hieb- und stichfester Beweis notwendig. Aber diesen Beweis gibt es bis heute schlicht und einfach nicht.

Zur Veranschaulichung dieses Problemes eine einfache Frage aus der Menschheits-geschichte: Ist Jesus Christus von den Toten auferstanden oder nicht? Das ist für Christen nicht einfach eine belanglose Frage, sondern das ist die zentrale Frage des Christentums. Im Verlauf der letzten Jahrhunderte wurde schon oft versucht, die historischen Beweise für die Auferstehung zu diskreditieren. Unter anderem wurden die folgenden Hypothesen aufgestellt:

Nun, die Abwesenheit einer Leiche ist kein Beweis dafür, dass Jesus Christus tatsächlich von den Toten auferstanden ist. Dazu ist Glaube notwendig. Aber es ist ein starkes Indiz dafür. So wie es den damaligen religiösen Führer gegangen ist, so ähnlich geht es heute den wissenschaftlichen Führern in der Wissenschaft, denn ein einziger Beweis würde genügen, um den Kreationismus zu widerlegen. Aber genauso, wie die religiösen Führer damals die Leiche nicht hatten, so haben die wissenschaftlichen Führer keine Beweise für Ihren Glauben. Und so, wie die religiösen Führer damals eine Unwahrheit verbreitet haben, so verbreiten die wissenschaftlichen Führer die Unwahrheit, dass die Evolution eine Tatsache sei. Aber sie können diese Behauptung nicht beweisen.

Gian Luca Carigiet, 8. August 2003


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